Am 10. März 2026 wurde am Friedhof in Weingraben eine neue Gedenktafel für Friedrich „Fritz“ Hermann Pollak enthüllt. Diese Initiative wurde vom Land Burgenland, in Zusammenarbeit mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, ins Leben gerufen. Ziel dieser Gedenktafel ist es, das Andenken an Pollaks unermüdlichen Einsatz für Demokratie und Freiheit lebendig zu halten. Bei der feierlichen Gedenkveranstaltung waren zahlreiche politische Vertreter anwesend, darunter der SPÖ-Klubobmann Roland Fürst sowie Landtagsabgeordnete wie Doris Prohaska und Heinrich Dorner.
Bürgermeister Thomas Stoiber hieß die Gäste herzlich willkommen. Unter den Anwesenden waren auch die Vertretung des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer sowie Angehörige der Familie Pollak. Wolfgang Markytan und Caspar Hajo erinnerten in ihren Reden an das Vermächtnis Pollaks, während der Forscher Alexander Karazman, der sich mit der Geschichte von Fritz Pollak beschäftigt, ebenfalls anwesend war. Die Gedenktafel wurde von Ortspfarrer Grzegorz Kotynia gesegnet.
Das Leben von Friedrich Pollak
Friedrich Pollak wurde am 8. März 1901 in Wien geboren und engagierte sich früh in der Arbeiterbewegung. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Republikanischen Schutzbundes. Sein Widerstand gegen das austrofaschistische Regime führte dazu, dass er sich während der Februarkämpfe 1934 verbarrikadierte. Nach der brutalen Niederschlagung des Aufstands wurde er verhaftet und verbrachte mehrere Monate in Haft.
Nach seiner Freilassung schloss sich Pollak den Revolutionären Sozialisten an und arbeitete im Untergrund gegen das autoritäre Regime. Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 geriet er erneut ins Visier der Gestapo. Im August 1939 wurde er verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er mehrere Jahre Zwangsarbeit leisten musste. Trotz schwerer Misshandlungen überlebte er und wurde im April 1945 nach der Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen befreit. Während seiner Zeit im Lager war er aktiv im politischen Widerstand tätig und unterzeichnete das Buchenwalder Manifest.
Nachkriegszeit und Vermächtnis
Nach dem Krieg widmete sich Pollak intensiv der politischen Arbeit und half beim Aufbau des Bundesverbandes Österreichischer Widerstandskämpfer. Er verbrachte seinen Lebensabend teilweise im Burgenland und starb am 25. Oktober 1971 in Wien. Gemäß seinem Wunsch wurde er am Friedhof in Weingraben beigesetzt. Die Gedenktafel soll an sein Leben und seinen Mut erinnern und als Beispiel für den Einsatz für Demokratie und Freiheit dienen.
Die Gedenkveranstaltung ist nicht nur eine Hommage an Pollak, sondern auch ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, die Erinnerungen an die Widerstandskämpfer und die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Österreich hörte nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 auf zu existieren. Viele Österreicherinnen und Österreicher wurden verfolgt oder engagierten sich aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Diese Verfolgung reichte von Entlassungen am Arbeitsplatz bis zu Inhaftierungen in Konzentrationslagern oder gar Ermordungen. Das Portal Gedenkort.at erinnert an die Opfer und Widerstandskämpfer und stellt sicher, dass ihre Lebensgeschichten nicht in Vergessenheit geraten.
Für weitere Informationen zur Gedenktafel und Friedrich Pollaks Lebensgeschichte besuchen Sie bitte auch diese Quelle sowie hier.