Am vergangenen Sonntag, dem 14. Februar 2026, feierte die Burschenschaft Neckenmarkt das traditionelle Brucktanzen im Rahmen des Faschingssonntags. Die Veranstaltung zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und fand an einem besonderen Ort statt: an der Kreuzung, wo früher eine Brücke stand. Hier versammelten sich die Mitglieder der Burschenschaft sowie die Dorfbevölkerung, um gemeinsam dieses Ritual zu zelebrieren.
Fähnrich Zörfusz Julian übernahm die Führung und sorgte für einen würdevollen Ablauf der Veranstaltung, die pünktlich um 14 Uhr begann. Ecker Jakob, ein Mitglied der Burschenschaft, hielt eine Ansprache und unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts in der Gemeinschaft. Bürgermeister Johannes Igler zeigte sich erfreut über die hohe Besucherzahl und die lebendige Teilnahme der Dorfbevölkerung.
Symbolik und Tradition des Brucktanzens
Das Brucktanzen gilt als Ritual voller Symbolik, das den Zusammenhalt und die Verantwortung innerhalb der Dorfgemeinschaft verkörpert. Bei diesem Tanz, an dem ausschließlich Männer teilnehmen, suchen sich die Tänzer würdige männliche Partner. Die geschlossene Formation der Tänzer drückt den Willen aus, Tradition und dörfliche Kultur lebendig zu halten. Der Tanz selbst wird von einer tiefen Verbundenheit zur Geschichte des Dorfes geprägt und findet an der Stelle statt, wo sich einst die Brücke befand.
Traditionell falten Mädchen blütenweiße Hemdkragen über den schwarzen Rock der Burschen, und die Burschen zeigen durch das Offenlassen der zwei oberen Hemdknöpfe ihren Stolz auf diese Tradition. Rosmarinzweige, die an die schwarzen Hüte der Burschen gesteckt werden, ergänzen das festliche Outfit. Der Brucktanz endet nach drei Tänzen mit einem „Gesundheitstrinken“, bei dem auf alle Menschen im Ort angestoßen wird, um soziale Isolation zu vermeiden und den Gedanken der Gemeinschaft zu stärken. Diese Bräuche, die tief im lokalen Leben verwurzelt sind, zeigen, dass die Neckenmarkter ihre Tradition aktiv leben und zelebrieren.
Der Brucktanz im Kontext des Karnevals
Der Brucktanz, der am Faschingssonntag in Neckenmarkt stattfindet, ist Teil der größeren Tradition der Fastnacht, die in vielen Kulturen rund um den Globus gefeiert wird. Fastnacht bezeichnet die Bräuche vor der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt und auf das Osterfest vorbereitet. In Deutschland finden diese Feierlichkeiten in verschiedenen Formen statt, von Umzügen bis hin zu Masken und Kostümen. Besonders bekannt sind die Hochburgen im deutschen Sprachraum im Rheinland und die schwäbisch-alemannische Fastnacht.
Ähnliche Feste lassen sich auch im Mittelmeerraum finden, wie die Feierlichkeiten zu Ehren der Göttin Isis in Ägypten oder die Apokries in Griechenland, die dem Gott Dionysos gewidmet sind. Diese Feste, die oft vorchristliche Rituale enthalten, symbolisieren den Wechsel der Jahreszeiten und zeugen von einer tiefen kulturellen Verwurzelung in den jeweiligen Regionen. Auch wenn der Brucktanz in Neckenmarkt eine lokale Besonderheit darstellt, so ist er doch ein Teil dieses reichen kulturellen Erbes, das in vielen Teilen der Welt gefeiert wird.
Für die Neckenmarkter ist das Brucktanzen nicht nur ein schöner Brauch, sondern auch eine Möglichkeit, den Zusammenhalt in der Gemeinschaft zu stärken und die dörfliche Kultur lebendig zu halten. So endet die Feier traditionell im Gasthaus zur Traube mit musikalischer Unterhaltung, wo der Gedanke der Gemeinschaft bis in die Abendstunden prägt.
Für weitere Informationen zur Veranstaltung und den Bräuchen in Neckenmarkt, besuchen Sie bitte die Quelle oder die Zusatzinformationen.