In Neusiedl am See hat die ehrenamtliche Organisation Kiwanis Neusiedl am See ein bemerkenswertes Projekt zur Suchtprävention ins Leben gerufen. Das Jahr 2023 steht ganz im Zeichen der Sensibilisierung für Suchtproblematiken und den verantwortungsvollen Umgang mit Abhängigkeiten. Besonders im Fokus stehen sowohl immaterielle Süchte, wie die Abhängigkeit von sozialen Medien, als auch materielle Süchte, wie Drogen- und Alkoholmissbrauch. Die Initiative trägt den Namen „Q-Rage – Der Jugend ihre Zukunft“ und soll die Sorgen und Ängste von Jugendlichen aufgreifen. Hierbei arbeiten Kiwanis eng mit dem Bundesgymnasium Neusiedl am See und den Sozialen Diensten Burgenland zusammen.

Im Rahmen des Projekts werden Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Umfragen durchführen, um die Perspektiven der Jugendlichen zu erfassen. Ein Highlight des Projekts ist die Aufführung eines Musicals, das bis Ende April unter der Leitung von Dekan Kleidosty einstudiert wird. Über 200 Schülerinnen und Schüler werden daran teilnehmen, und die Aufführungen finden am 29. und 30. April statt. Zudem gibt es eine Vortragsreihe mit Fachleuten der sozialen Dienste und der Polizei, die Eltern und Betreuern von Jugendlichen wichtige Informationen zur Suchtprävention vermitteln werden. Die ersten beiden Vorträge sind bereits abgehalten worden, die nächsten finden am 26. März und 7. Mai im Weinwerk Neusiedl am See statt. Für weitere Details zu diesem Projekt kann auf die Quelle verwiesen werden.

Die Rolle der digitalen Medien in der Suchtprävention

In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist es wichtig, auch die digitale Suchtprävention nicht aus den Augen zu verlieren. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat zahlreiche Aktivitäten auf verschiedenen Social-Media-Kanälen initiiert, um das Bewusstsein für Suchtprävention zu fördern. Auf Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube und TikTok werden gezielte Informationen und Unterstützung angeboten, um insbesondere Jugendliche über die Risiken von Suchtverhalten aufzuklären.

Die verfügbaren Webseiten zur Suchtprävention, wie rauchfrei-info.de und drugcom.de, bieten umfassende Informationen und Hilfestellungen für unterschiedliche Zielgruppen, sei es für Erwachsene oder Jugendliche. Diese digitalen Ressourcen sind unverzichtbar, um die Kommunikation über Drogenkonsum zu fördern und kritische Reflexionen anzuregen. Die Integration solcher Angebote in die lokale Suchtpräventionsarbeit, wie sie Kiwanis in Neusiedl vorantreibt, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Sucht und ihre Auswirkungen in Deutschland

Die Relevanz von Suchtprävention zeigt sich auch in den alarmierenden Statistiken zu Suchtverhalten in Deutschland. Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2021 rauchen etwa 11,6 Millionen Menschen, während 1,6 Millionen Menschen alkoholabhängig sind. Zudem haben Schätzungen zufolge 2,9 Millionen Menschen einen problematischen Medikamentenkonsum. Das Ausmaß der Problematik ist unübersehbar und erfordert eine zielgerichtete Drogen- und Suchtpolitik, die Prävention, Beratung und Behandlung sowie eine digitale Suchtberatung umfasst.

Die Präventionsarbeit ist dabei ein zentrales Handlungsfeld, um die Gefahren des Suchtmittelkonsums aufzuklären und den betroffenen Menschen bestmögliche Unterstützung zu bieten. Die Initiative von Kiwanis Neusiedl am See ist ein hervorragendes Beispiel für das Engagement in der Suchtprävention und zeigt, wie wichtig es ist, alle gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln, um den Herausforderungen im Bereich Sucht und Drogen entgegenzuwirken. Weitere Informationen zu den gesundheitlichen Gefahren von Suchtmitteln können auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums nachgelesen werden.