Am 15. Februar 2026 besuchte Peter Tschentscher, der Erste Bürgermeister von Hamburg, das Burgenland zusammen mit einer Delegation. Der Empfang durch Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner sowie Regierungskoordinator Robert Hergovich, Wirtschaftskammer Burgenland Direktor Harald Schermann und CEO von Burgenland Energie Stephan Sharma war herzlich. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Themen wie Gesundheit, Pflege, erneuerbare Energien und innovative Zukunftsprojekte. Dieser Besuch folgt einem ersten Treffen im Mai 2025 während des Hamburger Hafenfests, was die wachsende Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen unterstreicht.

Die Diskussion über die burgenländische Energiewende war ein zentrales Element des Treffens. Hergovich betonte das große Interesse an den Fortschritten im Burgenland, während Haider-Wallner die gemeinsamen Ziele der Klimaneutralität hervorhob. Hamburg gilt als Vorreiter in der Windenergie und Wasserstofftechnologie, während das Burgenland sich erfolgreich im Ausbau von Windkraft und Photovoltaik etabliert hat. Ein Höhepunkt des Besuchs war die Besichtigung des größten Agri-Photovoltaik-Parks Europas in Wallern/Tadten, ein Projekt, das landwirtschaftliche Nutzung mit Stromproduktion kombiniert.

Agri-Photovoltaik als Schlüsseltechnologie

Die innovative Agri-Photovoltaik-Technologie, die in Wallern/Tadten vorgestellt wurde, ermöglicht es, landwirtschaftliche Produktion und erneuerbare Stromerzeugung auf derselben Fläche zu kombinieren. Diese Technologie hat das Potenzial, nicht nur die Solarziele Deutschlands zu erfüllen, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur CO₂-Neutralität zu leisten. Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir unterstützen das Konzept, das eine effizientere Landnutzung und die Senkung des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft fördert. Zudem generiert es stabile zusätzliche Einkommensquellen für landwirtschaftliche Betriebe und erhöht deren Resilienz gegenüber Ernteausfällen.

Der Leitfaden zur Agri-PV informiert über die Möglichkeiten, Vorteile und den aktuellen Technologiestand dieser vielversprechenden Methode. Die dritte Ausgabe des Leitfadens enthält neue Anlagen, Projekte und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Stromgestehungskosten liegen zwischen 7 und 12 Eurocent pro kWh, was Agri-PV wettbewerbsfähig macht.

Potenzial für die Zukunft

Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts haben das Potenzial von Agri-PV untersucht und festgestellt, dass diese Technologie auf verschiedenen landwirtschaftlichen Flächen, wie Dauergrünland, Ackerland und Obstplantagen, erhebliche Leistungen erzielen kann. Bis 2045 benötigt Deutschland zwischen 420 und 693 GW Solarleistung, um die Klimaneutralität zu erreichen. Dabei könnte Agri-PV auf den besten Flächen eine Leistung von bis zu 500 GW erreichen, was die Ausbauziele sogar übertreffen könnte.

Allerdings steht der Ausbau der Stromnetze vor Herausforderungen, da fehlende Netzanschlusspunkte ein einschränkender Faktor für viele Flächen sind. Der Austausch zwischen den Regionen, wie er bei dem Besuch von Tschentscher deutlich wurde, kann Lösungen hervorbringen, die über Landesgrenzen hinaus wirken und somit die Energiewende in ganz Europa vorantreiben.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die vollständige Berichterstattung auf MeinBezirk nachlesen. Zudem bietet der Leitfaden zur Agri-Photovoltaik wertvolle Einblicke in die Technologie und ihre Anwendungsmöglichkeiten, die auf der Seite des Fraunhofer ISE zugänglich sind: Fraunhofer ISE. Schließlich können Sie mehr über die Rolle von Agri-PV in Deutschlands Energiezukunft auf der Plattform von Forschung und Wissen erfahren: Forschung und Wissen.