Im Burgenland hat die Bevölkerung die Möglichkeit, Sichtungen von Großräubern wie Wölfen und Goldschakalen zu melden. Eine Meldestelle, die im Frühjahr 2022 eingerichtet wurde, hat sich als wichtige Anlaufstelle für die Bürger etabliert. Sie erhält zahlreiche Informationen über Wolf-Sichtungen, wobei sich die Mehrheit dieser Meldungen oft als nicht zutreffend herausstellt. Stattdessen gibt es vermehrt bestätigte Sichtungen von Goldschakalen, die ebenfalls als Großräuber gelten und vor allem im Grenzraum zu Ungarn aktiv sind. Die Meldestelle verwaltet Fotodokumente und dient als Informationsdrehscheibe für die Bevölkerung, während das Jagdreferat als Schnittstelle zum Österreichzentrum für Bär, Wolf und Luchs fungiert. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Während Wölfe im Burgenland nicht ansässig sind und das Gebiet lediglich als Durchzugsraum nutzen, suchen junge Wölfe bei einer wachsenden Population in Österreich neue Reviere. Es gibt bislang keine Nachweise über längere Aufenthalte oder Rudelbildungen im Burgenland. Im letzten Jahr wurden jedoch einige Wolfrisse im Nordburgenland, hauptsächlich bei Mufflons, durch DNA-Beprobungen bestätigt, was die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diesen Großräuber lenkt.
Online-Meldeplattform für Großräuber
Um die Sichtungen von Wölfen und Goldschakalen besser zu erfassen, hat das Land Burgenland eine neue Online-Meldeplattform eingerichtet. Diese ermöglicht es Bürgern, Sichtungen von Großräubern über ein einfaches Online-Formular zu melden, inklusive Foto- oder Videonachweisen. Die Meldungen werden von Experten des Wildtierforschungsinstituts analysiert und in einer zentralen Datenbank verwaltet. Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Vorkommen, Verbreitung und Entwicklung der Großraubtierpopulationen im Burgenland zu erhalten. Hier erfahren Sie mehr darüber.
Die Meldestelle wird von einem aufgestockten Team von Rissgutachtern unterstützt, die zur Begutachtung von Wild- oder Nutztierrissen eingesetzt werden. Dies ist besonders wichtig, da das Burgenland nun für ein professionelles Wolfsmanagement gerüstet ist. Eine spezielle Schulung am FIWI hat die Fachkenntnisse erweitert und die Ausweitung des Teams begleitet.
Herausforderungen im Wolfsmanagement
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) spielt eine entscheidende Rolle im Wolfsmonitoring und -management und unterstützt die Bundesländer mit wissenschaftlichen Handreichungen. Diese umfassen einheitliche Methoden zur Erfassung von Wolfsvorkommen sowie Empfehlungen für Herdenschutzmaßnahmen, die darauf abzielen, Schäden an Weidetieren zu minimieren. Ein zentrales Konfliktfeld ist das Töten von Nutztieren durch Wölfe, weshalb effektive Präventionsmaßnahmen notwendig sind. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Integration von Herdenschutzmaßnahmen ist auch in Gebieten ohne Wolfsterritorien sinnvoll. Der Umgang mit auffälligen Wölfen, die unnatürliches Verhalten zeigen, ist ein wichtiger Bestandteil des Wolfsmanagements. Neueste Entwicklungen, einschließlich eines Vorschlags zum erleichterten Abschuss von Wölfen in Regionen mit erhöhtem Rissvorkommen, zeigen, dass die Thematik weiterhin aktuell und von großer Bedeutung ist.