In Mattersburg, einer kleinen Stadt im Burgenland, sind die Pfadfinder eine lebendige und aktive Gemeinschaft. Die Pfadfindergruppe Mattersburg, eine von nur vier aktiven Gruppen im Burgenland, hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1931 stetig weiterentwickelt. Dieses Jahr feiert die Gruppe stolze 95 Jahre, und bereits jetzt laufen die Planungen für große Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen in fünf Jahren. Die Kinder dieser Gruppe tragen Wanderschuhe, große Rucksäcke und gestreifte Halstücher, die eine kleine Lilie als Zeichen für Orientierung zeigen. Ihr Motto lautet: „Allzeit bereit“.

Eine der bekanntesten Aktionen der Pfadfinder ist das Friedenslicht, das jährlich aus Bethlehem nach Österreich gebracht und verteilt wird. Unter der Leitung von Thomas Haffer, dem Präsidenten der burgenländischen Pfadfinder, wird die Sichtbarkeit nach außen als wichtig für die Zukunft der Gruppe erachtet. Die Pfadfinder engagieren sich nicht nur in der Natur, sondern auch in kirchlichen Veranstaltungen, Festen, Frühschoppen und einem Pfadfinderball.

Die Struktur und das Angebot der Pfadfindergruppe

Aktuell nehmen mehr als 70 Pfadis an den wöchentlichen Aktivitäten teil, unterstützt von über 50 Leitern, Helfern und Freiwilligen. Diese Freiwilligen sind oft ehemalige Pfadfinder, aber auch Quereinsteiger und engagierte Angehörige. Die Kinder und Jugendlichen lernen grundlegende Fertigkeiten, wie den Umgang mit Werkzeugen, das Orientieren im Gelände und das Lesen von Spuren. Die Programme sind auf verschiedene Altersstufen abgestimmt: von den Wichteln und Wölflingen (6-10 Jahre) über Guides und Späher (10-13 Jahre) bis hin zu Caravelles und Explorern (13-16 Jahre) sowie Ranger und Rovern (16-20 Jahre).

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Mattersburg sind Teil der Pfadfinder*innen Österreich und damit Teil eines größeren Netzwerks, das in Österreich 300 Gruppen und 85.000 Mitglieder umfasst. Weltweit sind über 60 Millionen Mitglieder in 216 Ländern organisiert. Die Pfadfinderbewegung ist international, religiös und politisch unabhängig und verfolgt das Ziel, die Entwicklung junger Menschen zu fördern und sie zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu befähigen.

Ein Blick in die Geschichte der Pfadfinderbewegung

Die Pfadfinderbewegung wurde 1907 von Robert Baden-Powell in England ins Leben gerufen, als er das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island veranstaltete. In seinem Buch „Scouting for Boys“ von 1908 entwickelte er die Pfadfindermethode, die sich seither weltweit verbreitet hat. Die Bewegung hat sich in den letzten Jahrzehnten in verschiedenen Ländern unterschiedlich entwickelt, wobei lokale kulturelle Gegebenheiten und gesellschaftliche Ereignisse eine Rolle spielen.

In Deutschland beispielsweise wurde die Pfadfinderbewegung durch die Jugendbewegung und die Wandervogel-Bewegung beeinflusst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Pfadfinderverbände in den Westzonen wieder aufgebaut, während sie in der DDR verboten blieben. Auch in Österreich, der Schweiz und Luxemburg sind die Pfadfinderverbände in die internationalen Organisationen WOSM und WAGGGS integriert, die die Grundprinzipien der Pfadfinderbewegung definieren: Pflicht gegenüber Gott, Pflicht gegenüber Dritten und Pflicht gegenüber sich selbst.

Für alle, die Interesse daran haben, Teil dieser dynamischen Gemeinschaft zu werden, bietet die Pfadfindergruppe Mattersburg die Möglichkeit, jederzeit zum Schnuppern zu kommen, unabhängig vom Alter. Eine Kontaktaufnahme erfolgt unkompliziert per E-Mail. Angesichts der engagierten Arbeit und der vielfältigen Angebote ist es kein Wunder, dass die Pfadfinder einen wichtigen Platz im Leben vieler junger Menschen in Mattersburg einnehmen.

Für weitere Informationen über die Pfadfindergruppe Mattersburg und deren Aktivitäten besuchen Sie bitte die Quelle oder die offizielle Webseite.