In Mattersburg, einer Stadt im Burgenland mit rund 7500 Einwohnern, wird oft von einer „Geisterstadt“ gesprochen. Diese Bezeichnung könnte jedoch irreführend sein, wie ein Lokalaugenschein am Donnerstagvormittag zeigt. Die Cafés in der Innenstadt waren nahezu voll, und es herrschte ein reges Treiben. Passanten erledigten ihre Einkäufe, hatten Arzttermine und genossen das milde Wetter. Während viele Geschäftsflächen in der Innenstadt leer stehen, gibt es dennoch zahlreiche Bekleidungsgeschäfte, Friseure, Juweliere und Trafiken. Die Stadt war früher eine florierende Gastronomie- und Einkaufsstadt, leidet jedoch unter Kaufkraftverlust. Vor zehn Jahren betrug die Kaufkraft in Mattersburg 206 Millionen Euro, wovon nur 54 Prozent im Bezirk blieben.

Einige Passanten berichteten von ihren Aktivitäten: Blumen kaufen, Frühstücken oder Arztbesuche. Eine Mutter äußerte sich zufrieden über die Ärzte in Mattersburg. Ein älteres Paar, das nicht aus der Stadt stammt, schätzte die Einkaufsmöglichkeiten. Dennoch gab es auch Wünsche nach einem traditionellen Wirtshaus und einem größeren Caféhaus mit Außenbereich. Ein älterer Herr betonte, dass Schuldzuweisungen nichts bringen und es wichtig sei, dass sich in Mattersburg etwas tut. Bürgermeisterin Claudia Schlager äußert, dass die Abwärtsspirale schmerzhaft sei, doch sie kann nicht viel bewegen, da die Gemeinde aufgrund finanzieller Schieflage nur begrenzte Mittel für Wirtschaftsförderungen hat.

Herausforderungen und Lösungen

Die Schließung von Geschäften wie der Konditorei Harrer vor zwei Jahren, die keine Nachfolger fand, sowie die Schließungen von Monis Bistro und der Bäckerei Kaiser nach kurzer Zeit, verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen die Stadt konfrontiert ist. Auch das Traditionswirtshaus Florianihoffmann befindet sich seit Januar in einem Insolvenzverfahren. Um den Kaufkraftverlust abzufedern, plant die Bürgermeisterin, den Stadtkern attraktiver zu gestalten, etwa durch mehr Grünflächen und Veranstaltungen. Anlässlich des 100-jährigen Stadtjubiläums sind zahlreiche Events geplant, um Besucher zu gewinnen.

Vorschläge zur Förderung regionaler Anbieter, die Einführung lokaler Währungen und die Ansiedlung innovativer Unternehmen könnten ebenfalls zur Belebung des Stadtlebens beitragen. Leerstände könnten in der Innenstadt als Pop-up-Stores oder Co-Working-Spaces genutzt werden. Passanten wünschen sich auch einen besseren Branchenmix, was die Ansiedlung neuer Geschäfte und Angebote anbelangt. Die Stadt könnte hier eine zentrale Rolle spielen und durch gezielte Maßnahmen die Attraktivität von Mattersburg steigern.

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Insgesamt zeigt der Lokalaugenschein, dass Mattersburg trotz mancher Herausforderungen lebendig ist und es ein starkes Engagement der Einwohner gibt, die Stadt zu einem besseren Ort zu machen. Die Kombination aus Tradition und innovativen Ideen könnte der Schlüssel zur Wiederbelebung der Stadt sein. Für detailliertere Einblicke und lokale Meinungen besuchen Sie auch die vollständigen Berichte auf meinbezirk.at und krone.at.