Im Burgenland stehen die Luftmessungen in asbestbelasteten Gebieten im Fokus. Die erste Auswertung der Taskforce “Vorsorgeabklärung Luftqualität” hat nun erste Ergebnisse geliefert. An den untersuchten Orten wurden bisher nur geringe Werte festgestellt, doch Greenpeace warnt eindringlich: Dies bedeutet keineswegs Entwarnung. Die feuchte Witterungslage erschwert eine zuverlässige Risikobewertung, und das Land Burgenland hebt die Bedeutung von Langzeitmessungen unter trockenen Bedingungen hervor.

Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich, macht deutlich, dass Asbest besonders bei Abrieb oder Zerkleinerung gefährlich ist. Das feuchte Wetter bindet Asbeststaub, was bedeutet, dass Kurzzeitmessungen nicht ausreichen, um eine sichere Beurteilung zu treffen. Greenpeace fordert daher eine schnelle Entfernung freiliegender Asbeststeine an sensiblen Orten wie Spielplätzen und Parks. Zudem wird vom Land Burgenland die Veröffentlichung aller Messwerte und exakten Testbedingungen gefordert, um ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten. Insbesondere sollen auch Informationen über die Nutzung von Skates oder Fahrrädern und mögliche Sturzsimulationen in die Tests einfließen.

Methodik der Luftmessungen

Die Luftmessungen im Burgenland werden an verschiedenen Standorten durchgeführt, wobei an jedem Standort drei Standgeräte zum Einsatz kommen. Die Messung des Asbestgehalts erfolgt gemäß den Normen ISO 14966 und VDI 3492 über einen Zeitraum von acht Stunden. An ausgewählten, frequentierten Orten wird zusätzlich eine Luftmessung mittels Personalsample vorgenommen.

Der Messvorgang selbst ist präzise: Die Luft wird mit einem Volumenstrom, der der menschlichen Atmung nachempfunden ist, über einen Goldfilter gezogen. Die gesammelten Fasern werden dann mit einem Rasterelektronenmikroskop identifiziert, vermessen und ausgezählt. Die hochgerechnete Faserzahl wird mit dem angesaugten Luftvolumen verrechnet, um die Faserzahl pro Luftvolumen zu bestimmen. Um unterschiedliche klimatische Bedingungen abzudecken, sind mehrere Messdurchgänge geplant.

Die Rolle von Luftqualitätsdaten

Die Bedeutung von Luftqualitätsdaten geht über das Burgenland hinaus. In Deutschland überwacht das Umweltbundesamt (UBA) die Luftqualität und stellt aktuelle Messdaten zur Verfügung. Der Luftqualitätsindex (LQI) zeigt die Belastung mit Schadstoffen wie Feinstaub (PM10, PM2,5), Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon (O3) an. Der LQI reicht von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ und ist farblich kodiert, sodass Bürger leicht erkennen können, wie es um die Luftqualität steht.

Über 400 Stationen in Deutschland messen kontinuierlich Luftschadstoffe, und die Messdaten sind stündlich, täglich und jährlich verfügbar. Für Entwickler und Wissenschaftler bietet das UBA eine Programmierschnittstelle (API), die den automatisierten Zugriff auf diese Daten ermöglicht. So können Luftqualitätsdaten für Visualisierungen, Forschung oder Umwelt-Apps genutzt werden.

In Anbetracht der aktuellen Situation im Burgenland ist es unerlässlich, dass die Öffentlichkeit über die tatsächliche Luftqualität informiert wird. Die geforderten Langzeitmessungen und die Veröffentlichung aller relevanten Daten sind entscheidend, um den Gesundheitsrisiken durch Asbest und andere Schadstoffe wirksam begegnen zu können.

Für weitere Informationen zu den Luftmessungen und deren Ergebnissen besuchen Sie bitte die offizielle Seite von Greenpeace oder die Webseite der Taskforce zur Vorsorgeabklärung der Luftqualität. Um mehr über die allgemeinen Luftqualitätsdaten in Deutschland zu erfahren, schauen Sie auf die Seite des Umweltbundesamtes.