Die Veränderungen in der Hauskrankenpflege im Burgenland sind enorm. Seit dem 1. April 2023 sind in dieser Region neue Pflegeregionen in Betrieb. Die zentrale Steuerung der Hauskrankenpflege bringt eine Vereinheitlichung mit sich, die sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für die Pflegekräfte entscheidend ist. Im Bezirk Güssing ist die Volkshilfe verantwortlich für die Betreuung, während im Bezirk Jennersdorf das Rote Kreuz die Aufgabe übernommen hat. Dieses neue System ersetzt das vorherige Modell, das mehrere Anbieter beinhaltete und damit oft unübersichtlich war. Die Pflegestützpunkte spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation und Steuerung der Pflege.
Im Bezirk Güssing sind insgesamt acht Pflegestützpunkte geplant, während im Bezirk Jennersdorf fünf Stützpunkte in der Pipeline sind. Der Pflegestützpunkt in Stinatz ist bereits in Betrieb, und Übergangslösungen werden benötigt, bis alle weiteren Stützpunkte einsatzbereit sind. Die Volkshilfe wird bis zur Fertigstellung der neuen Stützpunkte ihre Standorte in Stegersbach und Güssing behalten. Der nächste geplante Stützpunkt in Rehgraben soll im Sommer 2023 fertiggestellt werden. Das Rote Kreuz nutzt bestehende Standorte in Jennersdorf und Rudersdorf und hat die Betriebsbewilligungsverhandlung für den Pflegestützpunkt Minihof-Liebau für Anfang Mai 2023 angesetzt. Weitere Stützpunkte in Heiligenkreuz und Königsdorf sind ebenfalls in Planung und sollen im Juni respektive Oktober 2023 eröffnet werden.
Die Rolle der Pflegekräfte
Die Pflegekräfte, die in diesem neuen System arbeiten, haben eine zentrale Aufgabe: Sie sollen die Selbstständigkeit der Angehörigen trotz Alter, Krankheit oder Behinderung erhalten. Dies hilft, Heimunterbringungen oder Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder zumindest zu verkürzen. Die ambulanten Dienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bieten sowohl Grundpflege als auch Behandlungspflege an. Dies ist besonders wichtig für chronisch Kranke, kurzzeitig Erkrankte, behinderte Menschen und Pflegebedürftige jeden Alters.
Zu den grundpflegerischen Tätigkeiten zählen unter anderem die Unterstützung bei der Körperpflege sowie das An- und Ausziehen. Die Leistungen der häuslichen Krankenpflege umfassen auch Verbandswechsel und die Medikamentengabe. Zudem bietet das DRK eine umfangreiche Beratung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an. Auch die hauswirtschaftliche Versorgung – wie Einkaufen, Kochen und Reinigen der Wohnung – ist ein wichtiger Bestandteil der ambulanten Pflege.
Aktuelle Situation in den Bezirken
Im Bezirk Jennersdorf betreut das Rote Kreuz derzeit 255 Personen mit 58 Mitarbeitern und 29 Fahrzeugen, während die Volkshilfe im Bezirk Güssing 500 Personen mit 75 Mitarbeitern und 110 Fahrzeugen versorgt. Die Übernahme der Klienten von vorherigen Trägerorganisationen im Bezirk Jennersdorf ist bereits weitgehend abgeschlossen. Das Rote Kreuz hat zudem sein Personal entsprechend dem Bedarf erweitert, um den Anforderungen des neuen Systems gerecht zu werden.
Für die Zukunft sind die neuen Pflegestützpunkte ein entscheidender Schritt, um die ambulante Pflege im Burgenland zu stärken. Auch wenn es Übergangslösungen benötigt, zeigt die Entwicklung, dass die Verantwortlichen die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen ernst nehmen und an einer effektiven Lösung arbeiten. Für weitere Informationen über Pflegedienste, Pflegegrade und Pflegesachleistungen können Interessierte die Website des Bundesministeriums für Gesundheit besuchen.
Alles in allem ist die Umstellung auf ein zentrales System in der Hauskrankenpflege ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird und inwiefern die neuen Stützpunkte die Qualität der Pflege im Burgenland weiter verbessern können. Auch wenn die Herausforderungen groß sind, so scheinen die Weichen für eine positive Entwicklung gestellt zu sein. Weitere Einblicke und Informationen finden sich in den entsprechenden Quellen.