In Jennersdorf, einer charmanten Stadt im Burgenland, wird demnächst eine neue „Pool-Steuer“ eingeführt. Der Grund für diese Maßnahme ist der deutliche Anstieg des Wasserverbrauchs, der durch das Füllen von privaten Swimmingpools verursacht wird. Stadtchef Reinhard Deutsch von der Liste JES hat klargestellt, dass es an der Zeit sei, dass Pool-Besitzer auch für ihren Wasserverbrauch zur Kasse gebeten werden.

In den warmen Sommermonaten fließt bis zu ein Drittel mehr Wasser durch die Leitungen als in den kälteren Monaten. Diese Zunahme ist nicht zu übersehen, insbesondere seit der Corona-Pandemie, als die Zahl der privaten Schwimmbecken in Jennersdorf auf rund 150 angestiegen ist. Um die angespannte Versorgungslage zu entschärfen, hat die Stadt eine Gebührenregelung beschlossen.

Details zur Pool-Steuer

Die neue Abgabe wird wie folgt gestaffelt:

  • Pools bis 15 Kubikmeter: gebührenfrei
  • Pools zwischen 15 und 20 Kubikmetern: 50 Euro
  • Pools bis 30 Kubikmeter: 70 Euro
  • Größere Becken: 100 Euro jährlich

Diese Gebühren werden über die Wasserrechnung abgerechnet. Hintergrund dieser Entscheidung sind nicht nur die gestiegenen Wasserreserven in Jennersdorf, sondern auch die Konflikte zwischen den Wasserverbänden Unteres Lafnitztal und Raabtal, die zu einer angespannten Versorgungslage führen.

Kritik und Herausforderungen

Zusätzlich zu den neuen Gebühren gibt es Berichte über eine Zunahme illegaler Wasserentnahmen, die von den Behörden festgestellt und angezeigt werden. Dies hat die Situation weiter kompliziert. Die FPÖ äußert Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastung für die Bürger, insbesondere Gemeinderat Rudolf Smolej hat seine Sorgen geäußert.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Es ist interessant zu bemerken, dass ein ähnlicher Vorstoß zur Pool-Steuer auf Landesebene vor über zehn Jahren im Burgenland gescheitert ist. Die aktuellen Entwicklungen in Jennersdorf sind daher ein deutliches Signal, dass die Stadtverwaltung nun ernst macht und die Verantwortung für die Wasserversorgung neu regeln möchte.

Die Einführung der Pool-Steuer zeigt, dass die Stadt nicht nur auf die wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel reagiert, sondern auch die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihrer Bürger in den Blick nimmt. Es bleibt abzuwarten, wie die Jennersdorfer auf diese Maßnahme reagieren werden und ob sie bereit sind, für ihr spritziges Vergnügen einen kleinen Obolus zu entrichten.