In Jennersdorf hat die Frauenberatungsstelle des Vereins „Frauen für Frauen – Burgenland“ eine bemerkenswerte Mitmachaktion ins Leben gerufen: „Häkeln gegen Gewalt“. Diese Initiative, die Ende Januar 2026 startete, basiert auf dem Konzept „Roses against violence“, das 2018 in Tirol ins Leben gerufen wurde und mittlerweile international bekannt ist. Das zentrale Ziel der Aktion ist es, durch das Häkeln von Rosen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen und das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen. Die gehäkelten Rosen werden im öffentlichen Raum verteilt oder angebracht, versehen mit Kärtchen, die den eindringlichen Aufruf „Stoppt Gewalt an Frauen!“ tragen. Diese kreative Form des Protests zielt darauf ab, Frauen verschiedener Altersgruppen und Herkunft zusammenzubringen und durch den Austausch zu stärken.
Die Häkelsessions finden nicht nur in Jennersdorf, sondern auch in den Nachbarorten Güssing und Pinkafeld statt. Besonders hervorzuheben ist der Verteilungstermin der gehäkelten Rosen, der anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2026 geplant ist: In Güssing wird am 5. März und in Jennersdorf am 6. März verteilt. Die nächsten Häkeltreffen sind für heute, Mittwoch, in Pinkafeld im Ritas Eck von 15-18 Uhr sowie am Dienstag, dem 3. März, in den Frauenberatungsstellen in Güssing und Jennersdorf von 9-11 Uhr angesetzt. Diese Treffen bieten nicht nur die Möglichkeit, kreativ zu sein, sondern fördern auch die Vernetzung unter Frauen, die sich für eine gewaltfreie Gesellschaft einsetzen.
Ein starkes Zeichen gegen Gewalt
Die Aktion „Häkeln gegen Gewalt“ wird im Rahmen des Projekts „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ umgesetzt und vereint auf kunstvolle Weise Kreativität mit sozialem Engagement. Die Initiative ist nicht nur eine Möglichkeit, aktiv gegen Gewalt an Frauen einzutreten, sondern schafft auch Räume für stärkende Begegnungen und den Austausch über Erfahrungen. In einer Zeit, in der jede vierte Frau in Deutschland von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen ist, ist solch ein Engagement von großer Bedeutung. Laut dem Deutschen Frauenrat steigt die Gewalt gegen Frauen statistisch an, und die Unterstützungssysteme sind chronisch überlastet.
Die Finanzierung der Frauenunterstützungsstrukturen ist oft unzureichend, und es fehlen tausende Plätze in Frauenhäusern. Beratungsstellen müssen lange Wartezeiten nach Vergewaltigungen hinnehmen, was die Notwendigkeit solcher Initiativen umso deutlicher macht. Die Istanbul-Konvention und die EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen fordern eine Verbesserung des Gewaltschutzes, doch die Umsetzung dieser Richtlinien steht noch aus. Der Deutsche Frauenrat hat für die Bundestagswahl 2025 eine Reihe von Forderungen aufgestellt, die darauf abzielen, den Gewaltschutz für Frauen zu stärken und die Unterstützungssysteme auszubauen.
In diesem Kontext ist die Mitmachaktion „Häkeln gegen Gewalt“ ein wertvoller Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft. Es ist eine Möglichkeit, nicht nur kreativ zu sein, sondern auch aktiv gegen die Gewalt an Frauen einzutreten und ein starkes Zeichen zu setzen. Weitere Informationen zur Aktion und ihren Zielen finden Sie in den Berichten des Kurier und Kleine Zeitung, die die Initiative unterstützen und die Bedeutung dieser kreativen Protestform hervorheben.





