Am 22. Februar 2026 wurde im Burgenland eine bemerkenswerte Wende in der Stromversorgung vermeldet. Nach einem heftigen Wintereinbruch, der als „historisches Unwetterereignis“ bezeichnet wurde, konnte die Burgenland Energie die Stromversorgung wiederherstellen. Alle Trafostationen sind inzwischen wieder am Netz, nachdem zahlreiche Stromleitungen, insbesondere im Süden des Burgenlands, durch umgestürzte Bäume beschädigt wurden. Tausende Haushalte waren ohne Strom, doch nun sind die meisten wieder mit dem Stromnetz verbunden. In einigen Fällen kommt es jedoch noch zu Stromunterbrechungen, wo die direkte Zuleitung vom Trafo zum Haus betroffen ist. Burgenland Energie rechnet damit, dass bis morgen alle betroffenen Haushalte wieder voll angeschlossen sein werden. Auch wenn die Situation sich entspannt hat, sind einige Straßen im Burgenland noch gesperrt, doch spätestens am Montag sollen diese wieder passierbar sein. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden Sie auf ORF Burgenland.
Die jüngsten Ereignisse werfen jedoch Fragen zur Sicherheit und Stabilität des Stromnetzes im Burgenland auf. Massive Stromausfälle in Spanien und Portugal Ende April 2025 sowie ein Brandanschlag in Berlin zu Jahresbeginn, der rund 100.000 Menschen über Tage ohne Strom ließ, haben die Diskussion über die Verwundbarkeit von Energieversorgungssystemen angeheizt. In Berlin waren etwa 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe betroffen, was zu einer breiten Debatte über die Krisenfestigkeit der heimischen Stromnetze führte. Verbraucher fragen sich, wie sicher ihr Stromnetz wirklich ist.
Sicherheit des burgenländischen Stromnetzes
Burgenland Energie hat in diesem Zusammenhang betont, dass das burgenländische Stromnetz eines der sichersten weltweit ist. Die durchschnittlichen Stromausfallzeiten im Burgenland gehören zu den niedrigsten in Österreich und Europa. Dennoch kann absolute Sicherheit nicht garantiert werden, insbesondere bei einer Gesamtlänge von 10.000 Kilometern. Vorstandsvorsitzender Stephan Sarma weist darauf hin, dass eine enorme kriminelle Energie nötig ist, um einen großflächigen Stromausfall auszulösen.
Die hohe Versorgungssicherheit im Burgenland basiert auf dem sogenannten „n-1-Prinzip“ in der Netzplanung, das eine automatische Übernahme der Versorgung bei Ausfall einzelner Komponenten ermöglicht. Zudem werden bei der Netzplanung auch Erkenntnisse aus extremen Wetterereignissen berücksichtigt. Die Austrian Power Grid (APG) ist für das überregionale Übertragungsnetz zuständig, während regionale Anbieter wie Netz Burgenland ihre Anlagen sichern. Das Hochspannungsnetz und 22 Umspannwerke im Burgenland sind besonders geschützt, was durch Zutrittsbeschränkungen, Alarmsysteme, Videoüberwachung und regelmäßige Kontrollen unterstützt wird.
Investitionen in die Zukunft
Burgenland Energie kooperiert zudem eng mit Behörden und dem Bundesheer, um Sicherheitskonzepte kontinuierlich zu aktualisieren und Bedrohungsszenarien zu simulieren. Eine zweitägige Krisenübung im vergangenen Jahr hat einen großflächigen Stromausfall simuliert, um auf solche Notfälle vorbereitet zu sein. In den kommenden Jahren plant Burgenland Energie Investitionen in die Stromnetzinfrastruktur in Höhe von rund 380 Millionen Euro, wobei ein Drittel für die Instandhaltung und zwei Drittel für den Ausbau eingeplant sind. Ziel dieser Maßnahmen ist die langfristige Sicherung und Verbesserung der Versorgungszuverlässigkeit.
Der CEO Sarma fordert zudem eine faire Verteilung der Kosten für Investitionen in Netze und Erzeugungskapazitäten, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Während die jüngsten Ereignisse im Burgenland die Resilienz des Stromnetzes auf die Probe gestellt haben, bleibt die Frage der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Energieversorgungssystems ein zentrales Thema für die Region und darüber hinaus. Weitere Informationen zu den Sicherheitsmaßnahmen und der aktuellen Situation finden Sie auch auf Kosmo.