Heute ist der 2.04.2026 und in Güssing beginnt eine aufregende Zeit für Naturliebhaber und Vogelbeobachter. Die Güssinger Teiche starten im April in die neue Birdwatching-Saison mit geführten Exkursionen. Dieses einzigartige Gebiet zählt zu den bedeutendsten Rast- und Brutplätzen für Wasservögel in Österreich und ist das jüngste von insgesamt 28 Ramsar-Gebieten des Landes. Die Teiche liegen an einer zentralen Zugroute für viele Vogelarten, die sie sowohl als Brutplatz als auch als Raststation auf ihrem Weg von den Donau-March-Auen und dem Neusiedlersee zur Adria nutzen.
Insgesamt wurden an den Güssinger Teichen bereits 244 Vogelarten nachgewiesen, was ihre Bedeutung für die Vogelwelt unterstreicht. Nach dem Neusiedlersee sind sie das bedeutendste Feuchtgebiet für Vögel in Österreich. Hier trifft man auf eine Vielzahl an Arten, darunter die auffallendste Vogelart, der Haubentaucher (Podiceps nigricollis), sowie weitere brütende Arten wie die Zwergrohrdommel, Wasserralle und Kiebitz. Doch nicht nur Vögel finden hier ihren Lebensraum; die Teiche sind auch Laichplätze für Kröten und Frösche.
Ein einzigartiges Ökosystem
Die Güssinger Teiche erstrecken sich über eine Wasserfläche von ca. 60 Hektar und bestehen aus vier durch Dämme getrennten Teichen. Sie wurden zwischen 1905 und 1919 von ungarischen Teichbauern angelegt und dienen heute nicht nur der Vogelwelt, sondern auch der Fischzucht, insbesondere der Karpfenzucht. Die Teiche werden über eine eigene Wehranlage vom Zickenbach gespeist, während der Abfluss in die Strem erfolgt. Die Umgebung ist größtenteils von einem dichten Schilfgürtel umgeben, in dem Pflanzen wie Breit- und schmalblättriger Rohrkolben sowie Wassernuss gedeihen.
Der nördliche Rand des Teichgebiets ist von Wiesen geprägt, während am Nebenarm des Strembaches Bäume und Gebüsche wie Schwarzerlen, Eichen und verschiedene Weidenarten zu finden sind. Die südliche Ebene weist ebenfalls Weidengebüsche auf, die das Landschaftsbild bereichern. Diese Vielfalt macht die Güssinger Teiche zu einem beliebten Naherholungsgebiet und einem hervorragenden Ort für Vogelbeobachtungen.
Schutzstatus und Management
Der Schutzstatus als Ramsar-Gebiet wurde den Güssinger Teichen am 5. Juni 2013 verliehen. Mit einer Gesamtfläche von 148 Hektar hat das Gebiet nicht nur eine ökologische, sondern auch eine kulturelle Bedeutung. Der Naturschutzbund Burgenland hat im Rahmen eines LEADER-Projektes einen Managementplan für das Feuchtgebiet erarbeitet, welcher auch einen Rundwanderweg von 5 km mit Schautafeln umfasst, der vom Tourismusverband Güssing umgesetzt wurde.
Trotz der Bedeutung für die Tierwelt stellen Fischotter und Kormorane eine Herausforderung für die Fischkulturen dar. Die Hauptaktivitäten im Gebiet umfassen Fischerei, Landwirtschaft und Jagd, die in Einklang mit dem Naturschutz stehen müssen. Die Güssinger Teiche sind somit nicht nur ein bedeutender Lebensraum für viele Arten, sondern auch ein Ort, der die Balance zwischen Natur und menschlicher Nutzung erfordert.
Für alle, die die Vogelwelt hautnah erleben möchten, bieten die geführten Exkursionen eine hervorragende Gelegenheit, die Schönheit und Vielfalt dieses einzigartigen Lebensraums zu entdecken. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der BVZ sowie auf der offiziellen Seite der Bundesregierung.





