In der Volksschule Neuberg wird seit über zehn Jahren ein klarer Fokus auf Sport gelegt. Diese Ausrichtung hat sich als äußerst wertvoll erwiesen, besonders in Zeiten, in denen der übermäßige Einsatz von Social Media immer wieder diskutiert wird. Professor Gerhard Judmayer bestätigt die bisherigen Bemühungen im Bereich Sport und Neuromotorisches Lernen. Bewegung ist nicht nur ein Motor für die körperliche Fitness, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle für die Gehirnreifung. Sie aktiviert Sinnesreize, die für Körperwahrnehmung und Koordination notwendig sind. Übungen, die beide Gehirnhälften überkreuzen, fördern deren Zusammenarbeit und sind wichtig für die Entwicklung von Sprache und logischem Denken. Zudem führt regelmäßige Bewegung zu höheren Reflexfunktionen und steigert die emotionale Stabilität der Kinder.
Aktuelle Studien zeigen, dass körperliche Aktivitäten für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen weitaus wichtiger sind als die Nutzung von Social Media. So führt eine Erhöhung der körperlichen Aktivität zu einer signifikanten Steigerung der Lebenszufriedenheit. Dies wird auch durch das Zitat von Juvenal untermauert: „Mens sana in corpore sano“ (Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) bleibt zeitlos gültig und ist mehr denn je von Bedeutung.
Die Wissenschaft hinter der Bewegung
Bewegung ist nicht nur für Kinder von Bedeutung, sondern betrifft alle Altersgruppen. Viele Menschen haben heutzutage geistig intensive, meist sitzende Arbeitstage und verspüren danach oft das Bedürfnis, sich zu bewegen. Dies kann durch Spaziergänge oder Radfahren nach der Arbeit geschehen; einige bevorzugen die Frühsport-Variante. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dreimal pro Woche 45 Minuten moderat-intensiver körperlicher Aktivität einzuplanen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Bewegung hat nicht nur positive Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, sondern auch auf die mentale Gesundheit und die Funktion des Gehirns.
Es gibt drei grundlegende Effekte von Bewegung auf die mentale Gesundheit: Erstens wirkt Bewegung kurzfristig stressabbauend, indem sie Stresshormone mobilisiert und somit den Herzschlag und die Sauerstoffversorgung der Muskeln erhöht. Zweitens verbessert intensive Bewegung die Konzentration, da sie die Aktivität in kognitiv-emotionalen Bereichen des Gehirns reduziert. Drittens führt regelmäßige körperliche Aktivität langfristig zur Neubildung von Zellverbindungen im Gehirn, was die geistige Entwicklung fördert.
Langfristige Perspektiven und Initiativen
Die Bedeutung von Sport und Bewegung zeigt sich auch in den Bemühungen der Politik und Gesellschaft. Ein Runder Tisch Bewegung und Gesundheit, dessen Folgeveranstaltung im März 2025 stattfand, brachte zahlreiche Institutionen zusammen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Bewegung zu diskutieren. Die Ergebnisse wurden in einem Konsenspapier festgehalten, und es wurden beachtliche Fortschritte bei der Umsetzung der zugesagten Maßnahmen präsentiert. Diese betreffen unter anderem die Optimierung der Datenbasis und die Bündelung von verfügbaren Informationen.
Die Initiative zielt darauf ab, die Sichtbarkeit des Themas Bewegung zu erhöhen und einen sektorenübergreifenden Dialog fortzuführen. Ein geplantes zukünftiges Netzwerk zur Förderung der Bewegung wird vorrangige Handlungsfelder definieren und gemeinsame Schwerpunkte setzen, um die öffentliche Aufmerksamkeit für Bewegung und Gesundheit zu steigern. Die gesunde Entwicklung von Kindern und die Förderung eines aktiven Lebensstils sind entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben, insbesondere auch im Alter.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bewegung nicht nur ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung ist, sondern auch für das spätere Leben von großer Bedeutung bleibt. Die Volksschule Neuberg und ähnliche Institutionen leisten in diesem Kontext einen wertvollen Beitrag – sowohl für die körperliche als auch für die geistige Gesundheit der nächsten Generation.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie bitte die Quellen: Mein Bezirk, Hirnstiftung und Bundesgesundheitsministerium.