Am 14. März 2026 wird im Kulturzentrum Eisenstadt ein ganz besonderes Event über die Bühne gehen: das Festival „WeAreBurgenland“. Organisiert von der Sängerin Isabel Gaber aus Siegendorf und Ulrike Mayer, bekannt als „die Mayerin“ aus Wimpassing, steht das Festival unter dem Motto „Starke Stimmen, starke Frauen“. Das Anliegen der beiden Künstlerinnen ist klar: Sie möchten eine Plattform für burgenländische Künstlerinnen verschiedener Stilrichtungen schaffen und damit die Sichtbarkeit von Frauen in der Musikszene erhöhen.

Gaber, die zuvor aus dem Dialekt-Pop und der Musik-Kabarett-Szene kam, stellte fest, dass es in der Branche nicht viele Events gibt, die sich ausschließlich auf Frauen konzentrieren. Gemeinsam mit Mayer, die schon lange ein ähnliches Event im Kopf hatte, aber nicht allein durchführen wollte, entstand die Idee für das Festival. Für den Abend konnten bereits bekannte Künstlerinnen wie Barbara Karlich und Birgit Denk sowie „Female Fronted Bands“ wie Idemo und die Poxrucker Sisters gewonnen werden.

Einzigartiges Format und Programm

Geplant sind insgesamt zwölf Auftritte, die jeweils zehn bis 15 Minuten dauern werden. Gaber und Mayer werden als Moderatorinnen durch den Abend führen, was für beide eine Premiere darstellt. Trotz der positiven Resonanz stehen die beiden Frauen auch einer gewissen Skepsis gegenüber: Es gibt den Eindruck, dass Männer aufgrund des violetten Flyers nicht willkommen sind. „Das ist nicht der Fall“, betont Mayer, „wir laden alle Geschlechter und Altersgruppen herzlich ein, mit uns zu feiern.“

Das Festival orientiert sich an der Konzertreihe „WeAre“ von Virginia Ernst, die 2018 am Weltfrauentag ins Leben gerufen wurde. Diese Verbindung zu einer bereits etablierten Reihe könnte dazu beitragen, dass das Event auf breitere Zustimmung stößt und die Idee von Frauen in der Musik weiter vorangetrieben wird. Es zeigt sich, dass der Bedarf an solchen Veranstaltungen groß ist, und die Initiative von Gaber und Mayer könnte der erste Schritt in eine neue Richtung sein.

Herausforderungen in der Musikbranche

Die Situation, in der sich Gaber und Mayer befinden, ist jedoch nicht einzigartig. Die MaLisa Stiftung hat in einer umfassenden Recherche zur Geschlechtergerechtigkeit in der Musikbranche festgestellt, dass Frauen und nichtbinäre Menschen strukturell benachteiligt sind. Die Analyse zeigt, dass seit 2010 kaum Verbesserungen in der Geschlechtergerechtigkeit erzielt wurden. In den deutschen Wochencharts werden über 85% der Musik von Männern komponiert, und der Frauenanteil auf Festivalbühnen beträgt im Durchschnitt lediglich 16%. Kleinere Festivals schaffen es teilweise bis zu 29% Frauenanteil zu erreichen, jedoch bleibt die männliche Dominanz in der Musikbranche unverändert.

Die Herausforderungen, die Gaber und Mayer bei der Organisation des Festivals begegnen, spiegeln also ein viel größeres Problem wider. Die Sichtbarkeit und Anerkennung von Künstlerinnen in einer männlich dominierten Branche ist essenziell, um langfristige Veränderungen herbeizuführen. Das „WeAreBurgenland“-Festival könnte daher nicht nur ein einmaliges Event, sondern auch ein Signal für die gesamte Branche sein.

Für weitere Informationen über das Event, die Künstlerinnen und die Hintergründe des Festivals besuchen Sie bitte die Link und Krone. Die MaLisa Stiftung bietet darüber hinaus umfassende Analysen zur Geschlechterverteilung in der Musikbranche an, die Sie unter diesem Link einsehen können.