In der Diözese Eisenstadt wird ein aufregendes neues Bildungsformat ins Leben gerufen: die „Literarischen Zukunftsgespräche“. Diese Initiative, die von Lukas Pallitsch, einem Literaturwissenschaftler, Theologen und Religionspädagogen, ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, gesellschaftliche, religiöse und ethische Fragestellungen durch die Linse literarischer Texte zu reflektieren. Die Gespräche sind eine hervorragende Gelegenheit, um in einer zunehmend pluralisierten und individualisierten Gesellschaft Orientierung zu finden und verschiedene Perspektiven kennenzulernen.

Die erste Veranstaltung findet am 16. Februar 2026 um 19 Uhr im Weinwerk Burgenland in Neusiedl am See statt. Hier wird der Roman „Judas“ von Amos Oz im Mittelpunkt stehen, und der Theologe Martin Jäggle wird den komplexen Charakter Judas als gescheiterten Menschen beleuchten. Diese literarischen Gespräche, die viermal jährlich stattfinden sollen, bieten nicht nur einen Zugang zu menschlichen Erfahrungen, Konflikten und Sinnfragen, sondern fördern auch Dialog und gemeinsames Nachdenken über grundlegende Fragen von Orientierung, Glaube und Gesellschaft. Der Eintritt erfolgt auf Basis einer freien Spende.

Geplante Themen und Gäste

Die „Literarischen Zukunftsgespräche“ sind auf vier Termine im Jahr ausgelegt, mit einer Vielzahl spannender Themen. So wird am 16. April 2026 Univ.-Prof. Wolfgang Treitler über die Werke „Mein Fall“ von Josef Haslinger und „Sehr gut“ von Wolfgang Treitler sprechen, wobei das Thema Missbrauch in der Kirche behandelt wird. Im Oktober wird Univ.-Prof. Andrea Lehner-Harmann die Diskussion über „Frei“ von Lea Ypi leiten, und im Dezember steht ein Austausch über das Weihnachtsevangelium (Lk 2,1-21) mit Univ.-Prof. Martin Stowasser auf dem Programm. Diese Veranstaltungen sind eine wertvolle Möglichkeit, sich mit kritischen und aktuellen Themen auseinanderzusetzen.

Bedeutung der Literaturvermittlung

Die Literatur spielt eine zentrale Rolle in der kulturellen Bildung und der Vermittlung von Werten. Lesen und Schreiben sind essenzielle Kulturtechniken, die nicht nur zur Allgemeinbildung beitragen, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe und politische Mitbestimmung fördern. Studien zeigen, dass eine frühe Leseförderung entscheidend ist, um das Interesse an Literatur zu wecken und die Lesekompetenz zu stärken. Das Programm „Lesestart: Drei Meilensteine für das Lesen“ unterstützt Eltern dabei, ihre Kinder in die Welt der Bücher einzuführen. Solche Initiativen sind wichtig, um ein kulturelles Bewusstsein und eine kritische Auseinandersetzung mit der Literatur zu fördern.

Die „Literarischen Zukunftsgespräche“ in Eisenstadt stehen somit im Kontext einer breiteren Diskussion über die Rolle der Literatur in der Gesellschaft. Sie bieten nicht nur einen Raum für Reflexion, sondern auch für den Dialog über die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. In einer Zeit, in der kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Unterschiede zunehmend sichtbar werden, sind solche Formate von großer Bedeutung, um miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen. Für weitere Informationen zu diesen Gesprächen und zu den Themen der kommenden Veranstaltungen können Interessierte sich an Philipp Jurenich vom Forum Katholischer Erwachsenenbildung der Diözese Eisenstadt wenden.

Für mehr Details zu den „Literarischen Zukunftsgesprächen“ besuchen Sie bitte diese Seite. Weitere Informationen sind auch auf dieser Seite zu finden.