In der Stadt Eisenstadt hat Larissa Fink, eine Absolventin des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule Burgenland, mit ihrer Bachelorarbeit über gewaltbetroffene Migrantinnen große Aufmerksamkeit erregt. Ihre herausragende Arbeit, die mit dem Burgenländischen Hochschulpreis in der Kategorie Bachelorarbeiten ausgezeichnet wurde, beleuchtet zentrale Themen wie Gewaltschutz, Empowerment und die Lebensrealität von Frauen mit Gewalt- und Migrationserfahrung. Die Herausforderungen für diese Frauen sind vielfältig: Sprachbarrieren, unverständliche Informationen und bürokratische Hürden schränken ihren Zugang zu Schutz und Hilfe ein. Zudem bringen Aufenthalts- und sozialrechtliche Unsicherheiten oft eine tiefe Angst vor rechtlichen Konsequenzen mit sich. Ein Misstrauen gegenüber staatlichen Strukturen verstärkt die Problematik, da viele Frauen Sorge vor Ablehnung und Stigmatisierung haben.
Die Erfahrungen von Sozialarbeiterinnen bestätigen die komplexen Lebensrealitäten, mit denen gewaltbetroffene Migrantinnen konfrontiert sind. Im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität ist das Ziel eine kultursensible Praxis, doch existieren rassistische Muster und institutionelle Machtverhältnisse. Oft reicht die Sensibilisierung nicht aus, um die Diskrepanz zu überbrücken. Sozialarbeiterinnen müssen dabei verschiedene Rollen einnehmen, sei es als Unterstützerin oder Übersetzerin, und das bei begrenzten Ressourcen.
Lösungsansätze und Empowerment
Larissa Fink hat einige Lösungsansätze entwickelt, um die Situation gewaltbetroffener Frauen zu verbessern. Sie plädiert für die Bildung interkultureller Teams und gendersensibler Schulungen sowie für die Schaffung machtkritischer Strukturen in der Organisationsentwicklung. Ein entscheidender Punkt ist der Schutz für alle Frauen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, sowie der Ausbau niederschwelliger Informationsangebote in mehreren Sprachen. Auch die Stärkung von Fachkräften durch Pflichtschulungen zu Themen wie Trauma und Rassismus ist für Fink von großer Bedeutung.
Zusätzlich sollte die Community stärker eingebunden werden, etwa durch Peer-Beraterinnen und mobile Angebote. Die gemeinsame Entwicklung von Programmen mit Betroffenen ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Fink betont, dass Gewaltschutz ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist, das soziale Gerechtigkeit und Solidarität fördern sollte. Diese Sichtweise wird durch verschiedene Initiativen, wie das Netzwerk geflüchtete Mädchen und junge Frauen, unterstützt. Die Plattform bietet Informationen zu Unterstützungsstrukturen und Beratungsangeboten für FLINTA-Personen und stellt mehrsprachige Materialien zum Thema Gleichberechtigung und Empowerment zur Verfügung, darunter Broschüren und Leitfäden, die in zahlreichen Sprachen verfügbar sind (siehe Quelle).
Gewaltschutz in Unterkünften
Die Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften stellt oft eine zusätzliche Belastung dar. Beengte Wohnverhältnisse, mangelnde Privatsphäre und Fremdbestimmung durch das Asylrecht können zu einem erhöhten Risiko für Gewalt führen. Frauen und LSBTI-Personen sind besonders von geschlechtsspezifischer Diskriminierung betroffen, was die Dringlichkeit von verbindlichen Mindeststandards für den Gewaltschutz unterstreicht. Notwendige Maßnahmen sind unter anderem abschließbare Wohn- und Sanitärräume sowie Schulungen zum Gewaltschutz für Personal und Polizei (Quelle).
Die Politik, Behörden und die Zivilgesellschaft erkennen zunehmend den Handlungsbedarf zur Verbesserung des Gewaltschutzes für geflüchtete Frauen. Die Frauenhauskoordinierung spielt dabei eine zentrale Rolle, indem sie Erfahrungen zum Gewaltschutz sammelt und sich an der Entwicklung von Konzepten zur Fortbildung von Mitarbeiter*innen beteiligt. Es ist offensichtlich, dass die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren notwendig ist, um den Betroffenen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen.
Das Bachelorstudium Soziale Arbeit an der Hochschule Burgenland, das Larissa Fink absolviert hat, ist ein berufsermöglichendes Studium mit einem Schwerpunkt auf Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Der Studiengang erstreckt sich über sechs Semester und wird in deutscher Sprache (mindestens Niveau B2) angeboten, mit einigen Lehrveranstaltungen auch in Englisch. Besonders hervorzuheben ist, dass keine Studiengebühren anfallen und 56 Studienplätze zur Verfügung stehen.