In den letzten Monaten hat der Ausbau der 110-kV-Leitung zwischen Wiener Neustadt und Wasenbruck in vollem Gange Fortschritte gemacht. Dieses Projekt ist nicht nur eine wichtige Maßnahme zur Stärkung der Stromversorgung in Niederösterreich und Burgenland, sondern auch ein Zeichen für die Zukunftssicherheit der Energieinfrastruktur. Die bestehende Leitung, die bereits seit 70 Jahren in Betrieb ist, wird auf einer Länge von 24,5 Kilometern in zwei Bauabschnitten erneuert. Die neue Leitung wird eine 1,5-fache Leistungskapazität aufweisen und ist damit optimal auf zukünftige Energieanforderungen ausgelegt. Diese Umrüstung schafft zudem Raum für die Gemeindeentwicklung, da die Trassenführung von Wohngebieten abgerückt wird.
Aktuell sind die Arbeiten auf einer Teilstrecke von 18 Kilometern zwischen Steinbrunn und Au am Leithagebirge im Fokus. Hierbei werden 82 alte Betonmasten durch 64 moderne Stahlrohrmasten ersetzt, was die Leitungslänge auf etwa 17,4 Kilometer verkürzt. Mit einem Investitionsvolumen von rund 17 Millionen Euro für dieses Teilprojekt sind alle Fundamente bereits abgeschlossen, die Masten montiert und die Seilmontage läuft. Diese erfolgt teilweise mit Hubschraubern, da Autobahn- und Bahnquerungen berücksichtigt werden müssen. Während der gesamten Bauphase bleibt die Stromversorgung uneingeschränkt gewährleistet. Die Demontage der alten Leiterseile in Müllendorf ist für die Kalenderwochen 15 bis 17 geplant, und der Rückbau der bestehenden Betonmasten soll bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.
Ökologische Maßnahmen und zukünftige Bauabschnitte
Nach den Bauarbeiten sind auch ökologische Begleitmaßnahmen vorgesehen. So wird die Rekultivierung landwirtschaftlich genutzter Flächen stattfinden, und im Herbst 2024 ist eine Wiederaufforstung in Waldgebieten geplant. Diese Maßnahmen sollen unter anderem die Verbesserung von Wasserstellen, die Förderung des Biotopverbunds und den Schutz von Altbaumbeständen umfassen. Der zweite Bauabschnitt zwischen Steinbrunn und Zillingdorf ist für den Zeitraum von Mitte 2027 bis Mitte 2028 vorgesehen, mit einer vollständigen Inbetriebnahme der neuen 110-kV-Leitung, die für Mitte 2028 anvisiert ist.
In einem anderen, aber nicht weniger wichtigen Projekt plant die Netz Niederösterreich GmbH die Errichtung von zwei neuen 110-kV-Gittermastdoppelleitungen. Diese Projekte umfassen eine 12,0 km lange Leitung zwischen dem Umspannwerk Gaweinstal und dem geplanten Umspannwerk Raggendorf sowie eine 10,2 km lange Leitung zwischen dem geplanten Umspannwerk Raggendorf und dem Umspannwerk Prottes. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Stromversorgung im östlichen Weinviertel sicherzustellen und Leistungszuwächse aus dezentralen Erzeugungsanlagen zu integrieren. Die Einsichtnahme für das großangelegte Verfahren wird vom 15. April 2026 bis 27. Mai 2026 an den Gemeindeämtern der betroffenen Gemeinden und beim Amt der NÖ Landesregierung möglich sein.
Versorgungssicherheit und die Zukunft der Energie
In Anbetracht der laufenden Transformation im Energiesektor ist es von zentraler Bedeutung, die Versorgungssicherheit auf hohem Niveau zu gewährleisten. Der Kohleausstieg bis 2030 und die Stilllegung von Kohlekraftwerken erfordern neue Strategien, um die Energieversorgung auch weiterhin sicherzustellen. Das Umweltbundesamt untersucht zurzeit die Machbarkeit eines Kohleausstiegs, wobei bestehende Instrumente und das aktuelle Strommarktdesign als stabil und verlässlich gelten. Überkapazitäten im europäischen Strommarkt helfen dabei, den Bedarf zu decken, während neue hocheffiziente Gas-KWK-Anlagen und Bioenergie-Anlagen zusätzliche Erzeugungskapazitäten bereitstellen.
Mit diesen umfassenden Maßnahmen und Strategien zeigt sich, wie wichtig es ist, sich den Herausforderungen der Energiezukunft zu stellen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Die laufenden Projekte in Niederösterreich sind ein Schritt in die richtige Richtung und werden dazu beitragen, die Energieversorgung für zukünftige Generationen nachhaltig zu sichern. Weitere Informationen und Details zu den aktuellen Projekten können in den entsprechenden Bekanntmachungen der zuständigen Behörden nachgelesen werden, beispielsweise im Edikt zur Kennzeichen WST1-EEA-19226/001-2026, veröffentlicht durch das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung.