Die Weinwirtschaft im Burgenland hat sich als ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor etabliert. Eine neue Studie des Wiener Economica-Instituts, die im Auftrag der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) durchgeführt wurde, präsentiert beeindruckende Zahlen: Der Weinbau generiert jährlich rund 257 Millionen Euro Wertschöpfung und sichert über 6.000 Arbeitsplätze in der Region. Jeder 40. Euro und jedes 24. Beschäftigungsverhältnis im Burgenland sind direkt oder indirekt mit dem Weinbau verbunden. Im österreichischen Durchschnitt ist es jeder 100. Euro und jedes 74. Beschäftigungsverhältnis, das auf die Weinwirtschaft zurückzuführen ist. Diese Ergebnisse wurden kürzlich in Donnerskirchen vorgestellt, wo auch Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld die Winzerinnen und Winzer als stärkste landwirtschaftliche Produktionsgruppe im Burgenland hervorhob.

Die Weinbaugeschichte im Burgenland reicht über tausend Jahre zurück und zeigt, wie tief verwurzelt dieser Sektor in der regionalen Identität ist. Jährlich verkaufen rund 1.800 Winzerinnen und Winzer zwischen 75 und 95 Millionen Flaschen Wein, wobei etwa 25 Prozent der Weinverkäufe in den Export gehen. Die wichtigsten Märkte sind Deutschland, Österreich und die Schweiz. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) betont die wirtschaftliche Bedeutung des Weins und plant die Eröffnung von „Burgenland-Shops“ in Deutschland und der Schweiz, um die Marke Burgenland weiter zu stärken.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Tourismus

Die Studie zeigt auch, dass fast 30 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion im Burgenland aus dem Weinbau stammt. Über 6.200 Personen sind in der Weinwirtschaft beschäftigt, was mehr als 4 Prozent aller Arbeitsplätze in der Region entspricht. Diese Zahlen verdeutlichen die zentrale Rolle, die der Weinbau für die lokale Wirtschaft spielt, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo er oft die Hauptquelle der Wertschöpfung darstellt. Im Jahr 2023 erwirtschaftete die gesamte österreichische Weinwirtschaft eine Bruttowertschöpfung von über 3,8 Milliarden Euro, was 0,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes entspricht.

Weinbezogene Aktivitäten haben auch einen positiven Einfluss auf den Tourismus. Gäste, die an weinbezogenen Erlebnissen teilnehmen, geben im Durchschnitt 18 Prozent mehr Geld aus als andere Urlauber. Dies zeigt, wie eng Wein und Tourismus miteinander verknüpft sind. Veranstaltungen wie das Martiniloben, der Weinfrühling im Südburgenland und der Weintourismus-Preis „Rot Goldene Traube“ fördern diese Verbindung und tragen zur Steigerung der Nächtigungen im Burgenland bei. Im Jahr 2025 wurden rekordverdächtige 3,4 Millionen Nächtigungen verzeichnet.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Trotz dieser positiven Entwicklungen stehen die Winzerinnen und Winzer vor Herausforderungen wie hohen Produktionskosten und einem rückläufigen Weinkonsum. Die ÖWM fordert daher politische Unterstützung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Weinwirtschaft zu sichern. Ohne den Weinbau würden viele ländliche Regionen, auch im Burgenland, erhebliche wirtschaftliche Einbußen erleiden. Es ist klar: Wein ist nicht nur ein Genussmittel, sondern auch ein bedeutender Botschafter des Burgenlands – sowohl national als auch international.

Für weitere Informationen über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus im Burgenland lesen Sie die vollständige Studie auf Kurier oder Prima Magazin.