In Österreich wird die Pflege neu organisiert! Im Burgenland sind bereits zwei Pflegestützpunkte eröffnet worden, und im April folgen sechs weitere. Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) hat angekündigt, dass bis spätestens 2029 an allen 71 Standorten der Baustart erfolgen soll. Ziel dieser Umstellung ist es, eine wohnortnahe Versorgung mit klaren Zuständigkeiten zu gewährleisten. Ein entscheidender Punkt der Reform ist, dass Pflege künftig gemeinnützig sein muss, um Landesmittel zu erhalten; Gewinn darf dabei nicht erwirtschaftet werden. Für Pflegeorganisationen bringt dieser Wechsel eine große Umstellung mit sich. Klienten mussten teilweise an andere Organisationen abgegeben und von diesen übernommen werden. Das Hilfswerk übernimmt dabei sechs Regionen in den Bezirken Neusiedl am See, Eisenstadt-Umgebung, Oberpullendorf und Oberwart.

Das Personal konnte größtenteils gehalten werden, es gab jedoch regionale Verschiebungen. Der erste Stützpunkt des Hilfswerks wird im vierten Quartal 2023 in Mannersdorf an der Rabnitz (Bezirk Oberpullendorf) in Betrieb gehen, weitere Stützpunkte sollen bis Ende 2027 folgen. Geschäftsführer Nikolaus Scharmer und Stefan Widder betonten, dass die schrittweise Eröffnung der Stützpunkte sinnvoll sei, um Leerstände zu vermeiden. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Pflegeheime von dieser Umstellung nicht betroffen sind.

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Was sind Pflegestützpunkte?

Pflegestützpunkte sind zentrale Anlaufstellen, die Hilfesuchenden und pflegebedürftigen Personen wertvolle Informationen, Antragsformulare und Hilfestellungen bieten. In diesen Stützpunkten stehen Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der Pflegekassen zur Verfügung, die über Zuschüsse der Pflegekasse für altengerechte Wohnungsumbauten informieren. Zudem unterstützen sie bei der Suche nach geeigneten Pflegeheimen und bieten eine Übersicht über ehrenamtliche Angebote in der Kommune. Auf Wunsch wird das gesamte Leistungsspektrum für Pflegebedürftige koordiniert, was besonders für pflegende Angehörige eine große Entlastung darstellt.

Ein weiteres Ziel der Pflegestützpunkte ist die Förderung der Vernetzung aller Angebote für Pflegebedürftige vor Ort und in der Region, um die Grenzen zwischen den Sozialleistungsträgern zu überwinden. Diese zentrale Koordination wurde durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz, das am 01. Juli 2008 in Kraft trat, ins Leben gerufen. Die Einrichtung dieser Stützpunkte soll die Auskunfts- und Beratungsangebote der Sozialleistungsträger rund um die Pflege erheblich verbessern.

Finanzielle Unterstützung und Ausblick

Die Pflegestützpunkte wurden von Kranken- und Pflegekassen eingerichtet, wenn die oberste Landesbehörde dies bestimmte. Die finanzielle Förderung des Aufbaus erfolgt durch den GKV-Spitzenverband, sofern kommunale Alten- und Sozialhilfestellen als Träger beteiligt sind. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um eine umfassende und qualitativ hochwertige Pflegeversorgung sicherzustellen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

In den kommenden Jahren wird die Ausweitung der Pflegestützpunkte im Burgenland für viele Menschen von großer Bedeutung sein. Die gezielte Unterstützung und Beratung wird dazu beitragen, die Herausforderungen in der Pflege besser zu bewältigen und die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen sowie ihrer Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. Weitere Informationen zu den Pflegestützpunkten finden Sie in den detaillierten Quellen hier, hier und hier.