Am vergangenen Samstag fand in Gaas, Südburgenland, die Fachtagung „Klimafitter Weinbau“ statt, zu der zahlreiche Winzer aus der Region zusammenkamen. Der Themenschwerpunkt lag auf der Quarantänekrankheit Flavescence dorée, einem ernstzunehmenden Schaderreger, der in vielen europäischen Weinbaugebieten Ertragsverluste verursacht. Nationale und internationale Experten präsentierten innovative Ansätze zur Bekämpfung dieser Bedrohung und erarbeiteten in Workshops gemeinsam mit den regionalen Winzern Lösungsansätze. Die Veranstaltung wurde von vier Podiumsdiskussionen begleitet, in denen Vertreter des Maschinenrings, des Weinhandels, des (Wein-)Tourismus sowie der Hochschule Burgenland ihre Perspektiven einbrachten.

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die südburgenländische Leitsorte Blaufränkisch gelegt, die durch die Herausforderungen des Klimawandels bedroht ist. In diesem Kontext stellten die Experten auch verschiedene Innovationen und digitale Technologien vor, die den Winzern helfen sollen, ihre Anbautechniken anzupassen. Dazu zählen beispielsweise autonomer Rebschnitt mit Lasertechnologie und autonome Handlese. Es wurde betont, dass die Maschinen kompakter und kostengünstiger gestaltet werden müssen, um den Winzern eine effizientere Produktion zu ermöglichen. Außerdem wurden fünf pilzwiderstandsfähige Weiß- und Rotweinsorten verkostet, die als Alternativen zu Welschriesling und Blaufränkisch in Frage kommen.

Die Bedrohung durch Flavescence dorée

Ein zentrales Thema der Tagung war die Goldgelbe Vergilbung der Rebe, die durch die Amerikanische Rebzikade übertragen wird. Mit 170 Teilnehmern wurde am Samstagvormittag über die Gefahren dieser Quarantänekrankheit diskutiert. In mehreren Blattproben aus den Bezirken Jennersdorf, Güssing, Oberwart, Oberpullendorf und Eisenstadt wurde die Krankheit nachgewiesen. Da eine Regeneration der befallenen Rebstöcke praktisch ausgeschlossen ist, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Diese beinhalten unter anderem die Kontrolle der Rebstöcke in der Vegetationsperiode und die Markierung symptomatischer Pflanzen. Nach dem Burgenländischen Weinbaugesetz drohen Strafen für das Nicht-Roden von befallenen Weingärten.

Die Bekämpfung der Amerikanischen Rebzikade und der Goldgelben Vergilbung ist nicht nur eine Verpflichtung der Winzer, sondern erfordert auch eine koordinierte Zusammenarbeit mit Behörden und Fachleuten. Informationen über Warnmeldungen sind über die Burgenländische Landwirtschaftskammer verfügbar, während Unterstützung beim Roden oder bei Pflanzenschutzmaßnahmen von Lena Gober vom Maschinen- und Betriebshilfering Burgenland-Süd angeboten wird.

Klimawandel und seine Auswirkungen

Die Tagung thematisierte zudem die weitreichenden Konsequenzen des Klimawandels auf den Weinbau. Extremwetterlagen wie Spätfröste, Hitzeperioden und Starkregen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Weinreben dar. Während ein wärmeres Klima die Vegetationsperiode verlängert und zu einer früheren Blüte führt, erhöhen sich gleichzeitig die Risiken für Spätfröste und Pilzkrankheiten. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, auch PiWi genannt, bieten eine vielversprechende Lösung, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Die Produktionsbedingungen für Wein verändern sich, und die Winzer müssen ihre Anbaupraktiken anpassen. In Deutschland etwa werden vermehrt Rotweinsorten angebaut, während die Rieslingproduktion sich in nördlichere Regionen verlagert. Diese Veränderungen sind nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und innovative Lösungen zu entwickeln. Die Tagung im Südburgenland hat gezeigt, dass die Winzer bereit sind, individuelle Beiträge zur Bekämpfung von Schaderregern zu leisten und gleichzeitig die Potenziale des Weintourismus in der Region zu nutzen.

Für weitere Informationen zur Fachtagung „Klimafitter Weinbau“ und den behandelten Themen können Sie die vollständige Berichterstattung auf der-winzer.at nachlesen. Details zur Goldgelben Vergilbung und den Bekämpfungsmaßnahmen finden Sie auf agrar.steiermark.at. Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau sind auf landwirtschaft.de verfügbar.