Am 20. und 21. Februar 2026 fand im Südburgenland eine Fachtagung unter dem Motto „Klimafitter Weinbau“ statt. Diese Veranstaltung beleuchtete die Herausforderungen und Chancen, die der Klimawandel für den Weinbau mit sich bringt. Besonders im Fokus standen die Zukunft der Weinbautechnik und die Rebkrankheit Goldgelbe Vergilbung (Flavescence dorée), die in den letzten Jahren zunehmend für Aufregung sorgte. Experten wie Marcus Wieschhoff, Franz Rosner, Verena Klöckl und viele weitere führten durch spannende Podiumsdiskussionen und Vorträge.
Die Tagung bot eine Plattform für den Austausch über digitale Technologien, die für einen klimafitten Weinbau von Bedeutung sind. So wurden beispielsweise autonome Rebschnitte und Handlese mittels Lasertechnologie vorgestellt. Ein zentrales Anliegen war es, die Maschinen kompakter und günstiger zu gestalten, um den Winzern die Anpassung an die klimatischen Veränderungen zu erleichtern. Besonders die Leitsorte Blaufränkisch spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie international erfolgreich ist und sich als wichtig im Umgang mit dem Klimawandel erweist.
Bodenmanagement und neue Sorten
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war das Bodenmanagement. Unter der Leitung von Ferdinand Regner wurde das Projekt RESPOnD vorgestellt, das sich mit klimafitter Bodenbearbeitung befasst. Auch Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität im Weingarten wurden diskutiert, geleitet von Wilhelm Graiss.
Die Bedeutung neuer pilzwiderstandsfähiger Sorten (Piwi) ist für die Winzer in Österreich ebenfalls nicht zu unterschätzen. Diese Sorten gewinnen an Bedeutung, da sie eine Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels bieten. In einer Verkostung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sensorische Eigenschaften von Piwi-Sorten im Vergleich zu den klassischen Rebsorten Blaufränkisch und Welschriesling zu erleben.
Goldgelbe Vergilbung im Fokus
Ein zentrales Thema der Tagung war die Goldgelbe Vergilbung, die als gefährlicher Schaderreger in Südburgenland und Steiermark auftritt. Diese Krankheit, die in den Bezirken Jennersdorf, Güssing, Oberwart, Oberpullendorf und Eisenstadt nachgewiesen wurde, führt zu erheblichen Ertragsverlusten und hat wirtschaftliche Auswirkungen auf die Weinbaubetriebe. Befallene Rebstöcke können sich nicht regenerieren, und die Krankheit ist in der EU als Quarantänekrankheit eingestuft, was bedeutet, dass eine Melde- und Rodungspflicht besteht.
Die Notwendigkeit zur Bekämpfung des Schädlings wurde von allen Anwesenden betont. Strategien zur Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung, einschließlich der Erfahrungen aus Südtirol, wurden von Experten wie Fabian Pernter und Monika Riedle-Bauer erörtert. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Winzer zusammenarbeiten, um die Ausbreitung der Amerikanischen Rebzikade zu stoppen, die als Überträger der Krankheit gilt.
Maßnahmen und Herausforderungen
In Deutschland hat die Goldgelbe Vergilbung ebenfalls Einzug gehalten, wo erstmals der Krankheitserreger und der Überträgerinsekt in einem Weinbaugebiet aufgetreten sind. Hier sind Maßnahmen zur Bekämpfung dringend erforderlich. Dazu gehört die unverzügliche Rodung befallener Reben sowie die Bekämpfung der Amerikanischen Rebzikade (Scaphoideus titanus). Diese Insekten sind nicht nur Überträger der Krankheit, sondern können die Situation dramatisch verschärfen, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird.
Der Krankheitsverlauf zeigt sich durch vergilbte oder vorzeitig rot verfärbte Blätter, die sich einrollen. Dies führt zu einem Störungsbild in der Fruchtentwicklung, das mit verringertem Ertrag und bitterem Geschmack einhergeht. Betroffene Rebstöcke sind letztendlich nicht mehr für die Weinproduktion geeignet und können frühzeitig absterben. Diese Entwicklungen erfordern umfassende und koordinierte Anstrengungen von Winzern, Wissenschaftlern und Behörden, um die Weinbaukultur in Deutschland und Österreich zu schützen.
Die Fachtagung „Klimafitter Weinbau“ hat gezeigt, dass es an der Zeit ist, innovative Ansätze und Technologien zu nutzen, um den Herausforderungen des Klimawandels und der Rebkrankheiten zu begegnen. Der Austausch unter den Experten und Winzern ist dabei von essenzieller Bedeutung, um die Zukunft des Weinbaus in der Region nachhaltig zu sichern. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie in den detaillierten Berichten auf Vinaria und Der Winzer.