Der österreichische Immobilienmarkt hat im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Mit insgesamt 117.782 verbücherten Immobilien stieg die Anzahl der Verkaufsabschlüsse um 16,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders im Burgenland zeigt sich eine stabilisierte, wenn auch weniger dynamische Entwicklung im Vergleich zum österreichischen Durchschnitt. Hier wurden 6.195 Immobilien verkauft, was einem Plus von 8,5 Prozent entspricht, aber 8,3 Prozentpunkte unter dem österreichischen Durchschnitt liegt (Quelle).
Das Transaktionsvolumen im Burgenland betrug 740 Millionen Euro, was einen leichten Rückgang von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dennoch wird dieses Ergebnis als das fünftbeste in der Geschichte des burgenländischen Immobilienmarktes gewertet. Im Zehnjahresvergleich kann ein beeindruckender Zuwachs von 81,4 Prozent verzeichnet werden, was die Resilienz des Marktes unterstreicht.
Regionale Unterschiede und Trends
In den verschiedenen Regionen des Burgenlandes zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Jennersdorf hat mit einem Plus von 28 Prozent die stärkste Zunahme an Verkäufen verzeichnet, gefolgt von Güssing mit 927 Verbücherungen (+17,2 Prozent). Oberwart bleibt mit 1.252 Kaufakten (+11,5 Prozent) an der Spitze des burgenländischen Mengenrankings. Neusiedl am See, mit 1.013 Transaktionen (+6,3 Prozent), konnte sich ebenfalls stabilisieren. Im Gegensatz dazu sehen wir in Eisenstadt (1.010 Verkäufe, +0,6 Prozent) einen Rückgang im Vergleich zu 2022, als hier noch 1.445 Transaktionen stattfanden (Quelle).
Die Preisentwicklung ist ebenfalls interessant. Im Durchschnitt kostete ein Quadratmeter Einfamilienhaus im Burgenland im zweiten Quartal 2025 etwa 2.760 Euro. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Regionen: Während in Eisenstadt der Quadratmeterpreis bei 4.061 Euro liegt, ist er in Oberpullendorf nur bei 2.049 Euro. Diese Preisunterschiede machen Immobilien im Burgenland vergleichsweise preisgünstig im Vergleich zu anderen Bundesländern. Besonders gefragt sind Einfamilienhäuser im Preissegment von 200.000 bis 400.000 Euro, wobei auch hochpreisige Objekte am Neusiedler See zunehmend Interesse wecken (Quelle).
Nachhaltige Entwicklung und zukünftige Perspektiven
Die Nachfrage nach gebrauchten Einfamilienhäusern zeigt positive Tendenzen, und es gibt Anzeichen einer Erholung im Markt. Im Südburgenland prägen Zuzügler aus Tirol und Vorarlberg, insbesondere Best-Ager, die Nachfrage. Im Mittelburgenland haben sich verstärkt Interessenten aus Ungarn etabliert. Die Nachfrage nach Wohnbaukrediten hat sich in der Raiffeisenbankengruppe im Burgenland im Jahr 2024 um 12 Prozent erhöht, was auf einen anhaltenden Boom im Immobiliensektor hinweist (Quelle).
Die gesunkenen Zinsen und die gestiegenen Einkommen könnten 2025 zu einer nachhaltigen Trendwende führen. Während die Immobilienpreise seit dem dritten Quartal 2022 nur um 2,6 Prozent gesunken sind, wird für das erste Halbjahr 2025 eine leichte Preissteigerung erwartet. Diese positive Entwicklung könnte den burgenländischen Immobilienmarkt in eine neue Phase des Wachstums führen und die Region für Investoren und Käufer gleichermaßen attraktiv machen (Quelle, Quelle).