Im Burgenland wurden kürzlich erste Asbestmessungen durchgeführt, die von der Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ initiiert wurden. Die Ergebnisse dieser Messungen sind ermutigend: An neun Standorten, die von Greenpeace als potenziell asbestbelastet identifiziert wurden, konnte keine erhöhte Asbestbelastung in der Luft festgestellt werden. Zwar wurden Asbestfasern gefunden, jedoch lagen diese an der Nachweisbarkeitsgrenze. Umweltmediziner Hanns Moshammer hat daher eine akute Gesundheitsgefahr ausgeschlossen, was für die Bevölkerung einen gewissen beruhigenden Effekt hat.
Zusätzlich sind weitere Messungen in Planung, die im Frühjahr oder Sommer stattfinden sollen, um die Situation unter trockeneren Bedingungen zu überwachen. Moshammer wies jedoch auf die Gefahren hin, die mit der Verteilung von faserhaltigem Gestein auf Straßen verbunden sind. Greenpeace hat in diesem Zusammenhang Kritik an den Kurzzeitmessungen geübt und fordert die Beseitigung freiliegender Asbeststeine, insbesondere an sensiblen Orten.
Die Luftmessungen sowie die Gesteinsproben wurden im gesperrten Steinbruch in Pilgersdorf durchgeführt, und es sind auch weitere Untersuchungen in drei anderen Steinbrüchen im Bezirk Oberwart geplant. In der Region Rechnitz ist bereits eine Asbestbelastung bekannt, allerdings wurde bislang keine statistisch erhöhte Gesundheitsgefährdung festgestellt. Bei einer Baustelle für den Ausbau einer Hochspannungsleitung wurde asbesthaltiges Material entdeckt, woraufhin die Arbeiten unterbrochen und später mit entsprechenden Schutzmaßnahmen fortgesetzt wurden. Das Landesmedienservice hat bestätigt, dass im Genehmigungsverfahren Auflagen zur Beseitigung von Bodenaushubmaterial vorgeschrieben wurden.
Asbest und seine Gefahren
Die FPÖ hat darauf hingewiesen, dass bereits im Jahr 2008 asbesthaltiger Streusplitt zurückgerufen wurde, und der Abbau in der Region über Jahre fortgesetzt wurde. Bedenken bezüglich des gesperrten Steinbruchs Bernstein wurden bereits im Juni 2025 geäußert, doch die Schließung erfolgte erst im Januar 2026. Diese Umstände verdeutlichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung und regelmäßigen Untersuchungen in Bezug auf Asbest.
Asbest ist ein mineralischer Baustoff, der in vielen Gebäuden verwendet wurde, insbesondere in jenen, die vor den 90er Jahren erbaut wurden. Die Gefährdung für Bewohner hängt stark von der Art der Bindung der Asbestfasern in den verwendeten Materialien ab. Leicht-gebundene Fasern können leichter in die Raumluft gelangen, während fest-gebundene Fasern nur bei mechanischen Arbeiten freigesetzt werden. In vielen Fällen ist eine Asbestmessung nach umfangreichen Sanierungen oder beim Kauf und Verkauf von Immobilien ratsam, um gesundheitliche Risiken auszuschließen und die Rechtssicherheit zu gewährleisten.
Für weitere Informationen zur Asbestmessung und den empfohlenen Vorgehensweisen können Interessierte die Seite des Instituts für Baubiologie und Nachhaltigkeit besuchen.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation im Burgenland, wie wichtig es ist, fortlaufend Messungen durchzuführen und die Bevölkerung über potenzielle Risiken aufzuklären. Die geplanten Maßnahmen und die laufenden Untersuchungen sind Schritte in die richtige Richtung, um die Luftqualität nachhaltig zu sichern und die Gesundheit der Bürger zu schützen.