Am Montag, dem 16. Februar 2026, kam der burgenländische Landtag zu einer Sondersitzung zusammen, die ganz im Zeichen der Asbestfunde im Mittel- und Südburgenland stand. Diese Funde, die erstmals von Greenpeace publik gemacht wurden, haben eine hitzige Debatte ausgelöst und die politischen Gemüter erhitzt. Die ÖVP unter ihrem Klubobmann Bernd Strobl warf der Landesregierung vor, die Situation kleinzureden und unzureichend zu handeln. Besonders kritisch äußerte sich Strobl über die Grünen und deren Klubobmann Wolfgang Spitzmüller, der Greenpeace Übertreibung unterstellt habe. „Die Grünen haben ihre politische Existenzberechtigung verloren“, warf Strobl in die Runde und forderte umfassende Kontrollen sowie transparente Kommunikation.
Die Regierungsparteien SPÖ und Grüne wiesen diese Vorwürfe entschieden zurück. SPÖ-Landtagsabgeordneter Robert Hergovich betonte, dass die Landesregierung professionell auf die Situation reagiert habe, unter anderem durch die Schließung von Steinbrüchen und die Einrichtung einer Taskforce. Auch Wolfgang Spitzmüller stellte klar, dass Greenpeace gute Arbeit leiste, aber in diesem speziellen Fall über das Ziel hinausgeschossen sei. Die Grünen argumentieren, dass das gefundene Material gebunden sei und daher nicht als problematisch angesehen werden könne.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die FPÖ meldete sich ebenfalls zu Wort und stellte Fragen zur Schließung der Steinbrüche. Mandatar Markus Wiesler warnte vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen wie Unternehmensschließungen und Arbeitsplatzverlusten. Er forderte, dass Greenpeace zur Verantwortung gezogen werden sollte, falls sich die Übertreibungen der Organisation bewahrheiten sollten. Diese kritischen Stimmen verdeutlichen die Spannungen innerhalb des Landtags und die unterschiedlichen Ansichten zur Handhabung der Asbestproblematik.
Ein zentraler Punkt der Debatte war die Einrichtung einer Taskforce, die von der Landesregierung ins Leben gerufen wurde, um die Situation zu bewerten und zu reagieren. Diese Taskforce hat bereits Gesetzeslücken im Umgang mit natürlich vorkommendem asbesthaltigem Gestein identifiziert. Andreas Temmel von der Taskforce forderte verbindliche Grenzwerte für die Gewinnung und das Inverkehrbringen von asbesthaltigem Material. Die Beprobung von vier betroffenen Steinbrüchen ist abgeschlossen, die Ergebnisse werden in vier Wochen erwartet.
Gesundheitsrisiken und Maßnahmen
Die Diskussion um die Asbestfunde ist nicht nur politischer Natur, sondern betrifft auch die Gesundheit der Bevölkerung im Burgenland. Bernd Strobl stellte in seiner Rede die Gesundheitsrisiken in den Vordergrund und forderte klare Antworten von der Landesregierung. Greenpeace hat einen Aktionsplan mit zehn Punkten gegen die Asbestgefahr formuliert, fühlt sich jedoch in den Maßnahmen der Landesregierung nicht ausreichend berücksichtigt.
Die Landesregierung hat bereits im vergangenen Jahr Messungen durchgeführt und vier Steinbrüche gesperrt, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Zudem laufen derzeit weitere Luftmessungen außerhalb der Steinbrüche, um ein umfassendes Bild der Asbestbelastung zu erhalten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Politik auf die Ergebnisse reagiert und welche Maßnahmen zur Sicherheit der Bevölkerung ergriffen werden.
Die Debatte um Asbestfunde im Burgenland verdeutlicht nicht nur die politischen Differenzen, sondern auch die Herausforderungen, vor denen die Landesregierung steht, wenn es um den Umgang mit gesundheitlichen Risiken und natürlichen Ressourcen geht. Die Situation bleibt angespannt und erfordert ein koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und die notwendigen Schritte zu unternehmen. Weitere Entwicklungen werden mit Spannung erwartet, da die Thematik nicht nur lokal, sondern auch überregionale Auswirkungen haben könnte.
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