Im Burgenland herrscht derzeit Alarmstimmung wegen einer erhöhten Asbestbelastung. Vier Steinbrüche in den Bezirken Oberwart und Oberpullendorf wurden geschlossen, nachdem Greenpeace in mehreren Gemeinden wie Rechnitz, Neumarkt im Tauchental, Oberwart, Steinberg-Dörfl und Mogersdorf vor massiven Asbestfunden warnte. Die durchgeführten Proben deuten darauf hin, dass einige der untersuchten Materialien möglicherweise aus diesen Steinbrüchen stammen. Dies hat nicht nur die Betreiber der Steinbrüche auf den Plan gerufen, die gegen den Mandatsbescheid der Bezirkshauptmannschaften Einspruch eingelegt haben, sondern auch die Urbarialgemeinde Badersdorf, die ebenfalls die Behörde kontaktieren möchte.

Die Taskforce des Landes hat bereits begonnen, umfangreiche Messungen in den betroffenen Gemeinden und Steinbrüchen wie Glashütten bei Schlaining, Bernstein, Badersdorf und Pilgersdorf durchzuführen. Die ersten Ergebnisse dieser Messungen werden Ende nächster Woche erwartet, während die Auswertung der Materialproben etwa einen Monat in Anspruch nehmen könnte. In den kommenden Tagen sollen zudem geplante Ausbreitungsrechnungen zeigen, wie viel Asbestbelastung bei den Anrainern ankommt. Diese Situation wirft ein Schlaglicht auf die rechtlichen Graubereiche, in denen sich Asbest befindet, da dieser seit 1990 verboten ist, jedoch in Steinbrüchen natürlich vorkommen kann.

Akute Gefahren für die Bevölkerung

Greenpeace hat in ihrer Recherche auch weiche und brüchige Asbestbrocken an kritischen Orten wie Kindergärten, Familienhäusern, Baustellen und Krankenhäusern entdeckt. Die Organisation warnt vor einer akuten Gefahr, insbesondere für Kinder, die mit dem Material spielen, sowie durch Bauarbeiten freigesetzte Fasern. In Anbetracht dieser Erkenntnisse fordert Greenpeace die sofortige Sperrung der beanspruchten Flächen, um die Bevölkerung zu schützen und den Verbleib des asbesthaltigen Materials zu ermitteln.

Besonders alarmierend ist, dass bereits bei einer Asbestkonzentration von 0,1 Prozent das Material als gefährlicher Abfall gilt und sicher entsorgt werden muss. Die Gefahr, die von Asbestfasern ausgeht, kann durch Bauarbeiten oder auch durch alltägliche Spielaktivitäten in die Luft gelangen. Daher ist es von größter Bedeutung, die betroffenen Flächen umgehend zu sichern, um das Risiko einer weiteren Verbreitung des Asbestmaterials zu minimieren.

Messungen und Vorsorgemaßnahmen

Um den Gefahren von Asbest in der Raumluft wirksam zu begegnen, ist eine präzise Asbestmessung unerlässlich. Diese dient nicht nur der gesundheitlichen Vorsorge, sondern auch der rechtlichen Sicherheit nach einer Asbestsanierung. Besonders in Gebäuden aus den 80er Jahren oder früher besteht ein hohes Risiko, dass Asbest verbaut wurde. Daher empfehlen Experten Asbestmessungen in Immobilien, die vor 1995 errichtet wurden, insbesondere nach umfangreichen Sanierungen oder bei offensichtlichen Verdachtsmomenten.

Asbest ist ein mineralischer Baustoff, der aufgrund seiner hervorragenden bautechnischen Eigenschaften in vielen Produkten und Bauteilen verwendet wurde. Dennoch kann die Gefährdung für die Bewohner stark variieren, abhängig davon, wie die Asbestfasern im Bauteil gebunden sind. Bei handwerklichen Arbeiten in Gebäuden aus den 50er bis 90er Jahren sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, da das Entfernen von Tapeten oder das Arbeiten mit kritischen Materialien Asbestfasern freisetzen kann. Fachgerechte Sanierungsarbeiten sollten gemäß den Richtlinien der TRGS 519 erfolgen, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.

Insgesamt bleibt die Situation im Burgenland angespannt. Die kommenden Messungen und die rechtlichen Klärungen könnten entscheidend dafür sein, wie sich die Lage weiterentwickelt und wie die Behörden auf die Gefahren reagieren werden. Die Hoffnung ist, dass durch umfassende Maßnahmen die Bevölkerung vor den Risiken, die von Asbest ausgehen, geschützt werden kann. Für weiterführende Informationen über Asbestmessungen und -sanierungen können Interessierte die Webseite des Instituts für Baubiologie besuchen.